Ein neuer Meilenstein für digitale Infrastruktur in der Metropolregion Rhein-Neckar
In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt entsteht mit dem geplanten Data Center Mainz ein hochmodernes Rechenzentrum. Bereits in der frühen Konzept- und Entwurfsphase wurden die Weichen für ein zukunftsfähiges Infrastrukturprojekt gestellt, das den steigenden Anforderungen an IT-Leistung, Energieeffizienz und Sicherheit gerecht wird. Das Rechenzentrum wird für einen Energie- und Stromversorger in Hessen umgesetzt. Die Data Center Group (DCG) hat für den Standort frühzeitig eine umfassende Machbarkeitsstudie durchgeführt. Das Ergebnis der Studie: Der Standort eignet sich in technischer, baurechtlicher und ökologischer Hinsicht ideal für die Realisierung eines leistungsstarken Rechenzentrums ohne identifizierte Risikofaktoren. Auf dieser Basis konnte die Projektentwicklung konsequent weitergeführt werden.
Leistungsdaten und Standortqualität
Das Rechenzentrum wird auf einem 21.538 m² großen Greenfield-Grundstück im Industriegebiet von Mainz errichtet. Die geplante IT-Gesamtleistung beträgt 26 MW, bei einer elektrischen Anschlussleistung von rund 40 MVA. Der modulare Aufbau erlaubt einen sukzessiven Ausbau, abgestimmt auf den tatsächlichen Bedarf der Nutzer.
Das Gebäude ist zweigeschossig konzipiert. Pro Ebene sind jeweils zwei Data Halls vorgesehen. Ergänzt wird das Raumkonzept durch Technikflächen auf dem Dach sowie einen integrierten Bürobereich. Die Planung orientiert sich konsequent an den Vorgaben der DIN EN 50600 (VK 3) und erfüllt damit höchste Anforderungen an Verfügbarkeit und Betriebssicherheit.
Nachhaltige Bauweise und Materialkonzept
Ein zentrales Merkmal des Projekts ist der konsequente Fokus auf Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz. Bereits in der Entwurfsphase wurden entsprechende Maßnahmen integraler Bestandteil der Planung.
Zum Einsatz kommen bevorzugt Beton, Holz und extensive Begrünung. Die massive Bauweise sorgt für hohe strukturelle Sicherheit und Langlebigkeit. Dach- und Fassadenbegrünungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas, zur Reduktion von Hitzeinseln sowie zur ökologischen Aufwertung des Standorts.
Auch die energetische Auslegung folgt einem nachhaltigen Ansatz: Das Kältekonzept berücksichtigt Freikühllösungen, ergänzt durch eine hybride Kühlstrategie aus Doppelboden-, Umluft- und Flüssigkeitskühlung. Ziel ist ein effizienter, wirtschaftlicher Betrieb bei gleichzeitig hoher Ausfallsicherheit.
Technische Infrastruktur auf höchstem Niveau
Die elektrische Versorgung des Rechenzentrums erfolgt redundant über eine 20-kV-Mittelspannungsanbindung im Ring. Eine A/B-Versorgung, modulare USV-Systeme sowie ein skalierbares Redundanzkonzept sorgen für maximale Betriebssicherheit. Die Netzanbindung ist bereits mit dem regionalen Energieversorger abgestimmt und sieht eine schrittweise Leistungserhöhung ab 2027 vor.
Für den Brandschutz ist eine Gaslöschanlage mit Stickstoff vorgesehen, ausgelegt als Mehrbereichssystem für die einzelnen Data Halls. Ergänzt wird das Sicherheitskonzept durch moderne Zutrittskontrollen, Videoüberwachung, Brandmeldeanlagen sowie eine redundante Carrieranbindung über Glasfaser aus zwei Richtungen.
Planung mit Blick auf Umfeld und Genehmigung
Besondere Aufmerksamkeit galt der Einbindung des Gebäudes in die Topografie des Grundstücks. Aufgrund der Höhenvorgaben wird das Erdgeschoss teilweise in den Hang integriert. Zufahrten, Anlieferung und Zugänge werden entsprechend über Rampenlösungen realisiert.
Ein positiver Bauvorbescheid der Stadt Mainz liegt bereits vor. Parallel zur Bauantragsplanung wird ein BImSchG-Verfahren (Bundes-Immissionsschutzgesetz) durchgeführt, da im Endausbau die Feuerungswärmeleistung der Notstromanlagen über 50 MW liegen wird. Auch hierbei fließen die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sowie schall- und umwelttechnische Gutachten in die Planung ein.
Fazit: Ein Rechenzentrum mit Zukunft
Das Data Center Mainz steht exemplarisch für eine neue Generation von Rechenzentren: leistungsfähig, modular, sicher – und nachhaltig geplant. Durch die frühzeitige Machbarkeitsstudie, den klaren Fokus auf energieeffiziente Technik sowie den bewussten Einsatz nachhaltiger Bau- und Werkstoffe schafft das Projekt eine belastbare Grundlage für den langfristigen Betrieb.
Daten & Fakten
- Grundstücksfläche: 21.538 m²
- Serverfläche: 2 Data Halls mit jeweils ca. 3.600 – 4.000 m² (White Space)
- IT-Load: 26 MW gesamt
- Elektrische Anschlussleistung: 40 MVA
- Zertifizierungen: Nach DIN EN 50600, (VK 3)
Bildquelle: © Data Center Group





