IT-Organisation und -Infrastruktur dezentral gedacht – das Rechenzentrum 4.0

09.12.2021

Spätestens mit der Implementierung der Volkswagen Industrial Cloud, der europäischen Cloudalternative GAIA-X und den neuesten Plänen deutscher Automobilhersteller von einer eigenen Cloudlösung, CATENA-X, kündigt sich der Trend einer konstanten IT-Infrastrukturmodernisierung an. Der Trend zur Dezentralisierung zeichnet sich immer deutlicher ab.

Data Center Container Rechenzentrum 4.0

Edge-Rechenzentren sind die Antwort der DC-Datacenter-Group GmbH (DCG) auf die sich wandelnden globalen und lokalen IT-Herausforderungen. Welche Hürden und welche Optionen die Zukunft bereithält, weiß Jörgen Venot, Head of Sales and Marketing der DC-Datacenter-Group GmbH.

Die branchenübergreifenden Anforderungen, Entwicklungs- und Fertigungsdaten im großen Stil zu erheben und gleichzeitig eine lückenlose Versorgung sicherzustellen, setzen nachhaltige Rechenzentrumskonzepte für die datengetriebenen Geschäftsmodelle und IT-Infrastrukturen der Zukunft voraus. Innovative Cloudlösungen gelten bis heute als Treiber unternehmerischer Wettbewerbsfähigkeit. Doch immer mehr Global Player drängen mit neuen Ansätzen in den Markt ein. Die Google Distributed Cloud beispielsweise ist ein neuartiges Konzept, das Cloud-Infrastrukturen, Edge Computing und Rechenzentren miteinander verbindet.

 
 

„Die Entwicklungen und Nachfragen aus den Branchenreihen zeigen, dass die Cloud alleine nicht für alle Unternehmen eine universelle Lösung darstellt. Als digitaler Vorreiter aus der Praxis ist es unser Anspruch bei der DCG, jedem Kunden individuelle Lösungen zu liefern. Je nach Branche variieren die strukturellen Anforderungen mit Blick auf die Zukunftstechnologien stark. Angefangen beim autonomen Fahren in der Automobilindustrie bis hin zum Einsatz autonomer Drohnen zur Inventur in der Logistik“, verdeutlicht Jörgen Venot.

Jörgen Venot
 
 
 

Dezentralisierung der IT: Wie sich Unternehmen mittel- bis langfristig für das Morgen strukturieren

Die zunehmenden Ressourcenanforderungen infolge der Digitalisierung und Konzepte wie IoT, Smart Cities oder 5G erfordern neue Denkansätze seitens der Rechenzentren- und Cloud-Anbieter. Die wirtschaftlichen Erfolgstreiber dabei sind eine stärkere Performance im Handling umfangreicher Datenmengen bei gleichzeitig niedrigen Latenzen, eine bessere Skalierbarkeit, Kostenreduktionen sowie Datensicherheit und Datenhoheit. Letztere ist eines der wichtigsten Auswahlkriterien im Rahmen des Edge Computings für das Industrial Internet of Things (IIoT). Die DSGVO alleine genügt nicht aus, um ausreichenden Datenschutz zu gewährleisten. Sie deckt den Schutz personenbezogener Daten ab, jedoch nicht den Schutz von Maschinendaten. Vertragliche Absicherungen stellen sicher, dass ausschließlich die jeweiligen Unternehmen verwendete Daten nutzen dürfen, nicht der Provider.

Wo zentrale Architekturen an ihre Grenzen stoßen, öffnen sich neue Möglichkeiten für dezentrale Ansätze. Schon heute ist Edge für 62 % der deutschen Unternehmen der Motor für eine digitale Transformation, so die Ergebnisse der IDC-Studie (International Data Corporation)1. Angetrieben von den komplexen Anforderungen ist es das Ziel der DCG, fortschrittliche Konzepte für eine globale Verfügbarkeit sicherzustellen.

Wenn die Cloud zum Nebenschauplatz wird – mit Edge Computing zurück an den Datenursprung

Die Dezentralisierung der Datengenerierung und -auswertung am Netzwerkrand ermöglicht durch verkürzte Wege energieeffizientere Datenübertragungsraten. Verringerte Latenzzeiten in Millisekunden erlauben neue Anwendungen bei gleichbleibend hoher Datensicherheit. „Für uns ist Edge eine sichere und nachhaltige Lösung für alle Unternehmen, die Just-in-time arbeiten und ihre Daten vor Ort auswerten möchten. Realisierte Projekte global agierender Automobizulieferer und beispielsweise EDEKA zeigen, wie systemrelevant dezentrale Edge-Lösungen für die Hochverfügbarkeit sind“, erläutert Venot. Dass die Nachfrage u. a. verstärkt zu kleineren, dezentralen Edge-Rechenzentrumslösungen tendiert, skizziert die Branchenstudie des Netzwerks Energieeffiziente Rechenzentren(2).

Globale Vision mit lokalem Antrieb: die DCG unterscheidet in drei Edge-User-Cases

Die Edge-Lösungen der DCGsind mit den vielseitigen Projektanforderungen gewachsen. Abgewickelte Projekte in Afrika, Lateinamerika, Belgien, Russland, China oder den USA spiegeln das Portfolio sowie das globale Kompetenznetzwerk aus Systemintegratoren wider. Zu klassifizieren sind laut Jörgen drei User-Cases:

Serviceorientierte Edge-Rechenzentren (Industrie 4.0)

Eine lückenlose Vernetzung für komplexe IoT-Anwendungen birgt neue Herausforderungen. Große Datenmengen müssen in Echtzeit gesammelt und ausgewertet werden. Infolge dieser Entwicklungen erweist sich das Edge-Microdatacenter als kompakte Lösung. Bestehend aus einem Edge-Rack ist es platzsparend und autonom aufstellbar. Kernstück dieses Lösungsansatzes ist der DC-ITSafe der Tochtergesellschaft RZproducts.

Container Equipment (Distributed)

Der DC-ITContainer als Edge-Distribution-Lösung ist auf eine höhere Rechenleistung ausgelegt und verfügt über die doppelte Kapazität des DC-ITSafes. Ziel ist es, komplexe IT-Strukturen für 5G-Anbieter durch eine serviceorientierte Architektur zu reduzieren. Die einzelnen Container-Dienste sind abhängig von den Unternehmensstandorten geografisch verteilt, aber miteinander vernetzt. Die Datensicherheit vor Ort ist gewährleistet.

Klassische Rechenzentren

Die Big Data-Strategie von Smart Cities ist auf die Verbesserung des Lebensstandards durch innovative Technologien sowie auf dezentrales Arbeiten ausgerichtet. Hierfür werden Edge Datacenter eingesetzt und mit zentralen Rechenzentren verbunden. Der modulare Einsatz stellt eine datenzentrierte IT-Infrastruktur sicher, welche Grundvoraussetzung für das Entstehen der Smart Cities ist.



Anmerkung der Redaktion: Diese Pressemitteilung ist zunächst als Fachbeitrag unter dem Titel ‘Rethinking IT organization and infrastructure as decentralized – data center 4.0‘ im dotmagazine 11/2021 erschienen.

 
 

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