Wie RZ-Betreiber durch Service Kosten sparen können

02.06.2016

Auch bei nur geringer oder mittlerer Aus­lastung übersteigen allein die elektrischen Betriebs­kosten eines Rechen­zentrums oftmals die Investitions­kosten in deutlich weniger als zehn Jahren. Hinzu kommt, dass der Betrieb eines Rechen­zentrums nicht nur aus Energie­kosten besteht.

Datacenter as a Service (DCaaS)

Aufeinander abgestimmte Instandhaltungsmaßnahmen sowie verschiedene Managementdisziplinen stellen ebenfalls einen enormen Aufwand dar. Zudem erfordern sie zunehmend ein hohes Maß an Erfahrung sowie Fachkompetenz und binden wertvolle, meist knappe personelle Ressourcen. Nicht umsonst suchen RZ-Betreiber händeringend nach Möglichkeiten, solche Kosten einzugrenzen und besser noch zu reduzieren. Dabei greifen sie immer häufiger auf Sourcing-Strategien und Managed Services zurück. Partner, die hier ansetzen, sollten ihre Lösungen auf die Anforderungen und Eigenschaften individueller Kundenprojekte anpassen und das Datacenter als ganzheitlichen Service betrachten.

Dem Service im Datacenter liegt ein unternehmensspezifisches Dienstleistungskonzept zugrunde. Die Basis bildet das klassische Outsourcing, bei dem alle Aufgaben, die keinen unternehmerischen Mehrwert bilden, an Servicepartner abgegeben werden. Damit Kosten speziell durch die Lösung Datacenter as a Service (DCaaS) gespart werden können, müssen die Partner drei wichtige Elemente immer im Fokus behalten: Verfügbarkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit des Rechenzentrums. Folglich lassen sich für DCaaS drei Ziele des Service festlegen, die sich bei erreichen positiv auf die Kosten auswirken.

Die drei Säulen des Datacenter as a Service

Einer der wichtigsten Faktoren im Betrieb eines Rechenzentrums ist, die vereinbarte Verfügbarkeit und somit Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Nur ein individuelles Betriebs- und Störfallmanagement kann hier den Verfügbarkeitsansprüchen gerecht werden. Damit geplante oder ungeplante Ausfälle, also Wartung und Störung, von Infrastrukturkomponenten nicht die Redundanzen verringern oder sogar zum Totalausfall des Rechenzentrums führen, sind proaktive Maßnahmen notwendig. Zu solchen Maßnahmen gehören unbedingt vorausschauende Instandhaltungsstrategien, die Störungen oder Ausfälle von vornherein verhindern. Kommt es dann doch zu einer Beeinträchtigung des RZ-Betriebs, müssen in solch einem Fall klare Regelungen getroffen sein, um diese Beeinträchtigung schnellstmöglich zu beseitigen und den normalen Zustand wiederherzustellen.

SLA´s (Service-Level-Agreements) definieren solche besonderen Bedingungen und sichern den Betrieb wieder zum Beispiel nach einer festgelegten Zeit. Weiterhin ist es unabdingbar den genauen Bestand sowie dessen Konfiguration aller Infrastrukturkomponenten zu kennen und regelmäßig zu aktualisieren. Haben die Partner dann noch die Kapazität und Leistungsreserven im Blick, sind schon maßgebliche Voraussetzungen geschaffen, um einen verfügbaren RZ-Betrieb sicherzustellen.

Sicherheit und Wirtschaftlichkeit kommt von Wissen

Ein sicheres Rechenzentrum bedeutet, dass es frei von unvertretbaren Risiken und Gefahren ist. Das setz aber auch die Kenntnis von möglichen Risiken und Gefahren voraus. So müssen die Sicherheitsanforderungen aus der Planungsphase regelmäßig auf die des Betriebs eines Rechenzentrums abgestimmt werden. Darüber hinaus unterscheiden sich die Sicherheitsanforderungen in verschiedene Arten. Die physische Sicherheit zielt auf die Überprüfung der internen sowie externen Einflüsse, Lage des Gebäudes oder Bereiche sowie das Verhalten und die Organisation im Rechenzentrum. Die betriebliche Sicherheit hat den Fokus auf die gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen. Sie unterstützt beispielsweise praktisch und organisatorisch bei (Re-) Zertifizierungen und lebt den Prozess eines Betriebsführungs- und Notfallhandbuches

Um zudem einen wirtschaftlichen RZ-Betrieb zu realisieren bedarf es der Möglichkeit, größtmögliche Transparenz über den energetischen Zustand der IT-Systeme sowie der Infrastrukturkomponenten zu erhalten. Somit sollte immer ein übergeordnetes Monitoring für diese beiden Bereiche eingesetzt werden. Neben einem Verfügbarkeits-Monitoring können so auch wichtige Faktoren wie Energieflüsse, Temperaturen oder Drücke visualisiert werden. Ein gutes Monitoring ist natürlich auch ein gutes Werkzeug, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Umso wichtiger ist auch eine professionelle Auswertung der erhobenen Daten. Hier sollte ein Servicepartner zum Einsatz kommen, der diese Daten interpretiert und damit wichtige energetische Kennzahlen bildet, die Betriebsweise der verschiedenen Komponenten überwacht und auswertet. Weiterhin gilt es bei gegebenenfalls schlechten Kennzahlen oder Betriebsweise, geeignete Optimierungsvorschläge zu unterbreiten. Im Idealfall realisiert der Servicepartner auch die praktische Umsetzung und hält somit ein kontinuierlich hohes energetisches Niveau im Betrieb.

Gut geplant ist halb gespart

Grundsätzlich sollte DCaaS als sehr individuelle Maßnahme dienen, um den RZ-Betrieb in allen Bereichen maßgeschneidert zu gestalten. Hier ist ein hohes Maß an Partnerschaft zwischen RZ-Betreiber und dem Servicedienstleister notwendig. Dazu sollten sich die Partner im Vorfeld detailliert Gedanken machen, welche Dienstleistungen tatsächlich notwendig sind und wer sie liefert. Um maßgeschneiderte Dienstleistungen bei neuen sowie bei Bestandsrechenzentren zu etablieren, haben sich Integrationsmodule bewährt. Sie bestehen aus einer anfänglichen Strategiephase, welche Kundenbedürfnisse und Erwartungen definiert, über eine Entwicklungsphase die konkreten Anforderungen und Lösungen liefert, und enden in einer Implementierungsphase, welche die vereinbarten Leistungen einführt und in standardisierte Prozesse übergeht. In der längsten Phase in dem Lebenszyklus eines Rechenzentrums, dem Betrieb, müssen nun die vereinbarten Leistungen gelebt, und kontinuierlich verbessert werden. Hierzu ist wieder die sehr enge Zusammenarbeit der Partner gefragt, die in regelmäßigen Abständen die Qualität der Dienstleistung überwacht und mit Blick auf die Zukunft die derzeitigen Anforderungen an den RZ-Betrieb mit kommenden abstimmt. So steht einem RZ-Betrieb, der den drei Säulen des DCaaS in allen Bereichen gerecht wird, nichts mehr entgegen.


Über den Autor:

Frank Neubauer

Frank Neubauer ist Business Development Manager bei RZservices. Das Unternehmen ist eine der fünf Töchter der international agierenden DATA CENTER GROUP und kümmert sich um Verfügbarkeit, Sicherheit sowie Wirtschaftlichkeit und unterstützt seine Kunden beim Management und Betrieb der Rechenzentren. Das Portfolio umfasst alle Leistungen von der Instandhaltung von Rechenzentren, deren Komplettbetrieb, Monitoring und Störungsmanagement über Online-Dokumentation, Übersiedlung und Reinigung von Rechenzentren bis zur mobilen Datenträgervernichtung, Betriebsanalysen und Optimierungen.

 
 
 

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